"Forschung bedeutet für mich – offen und neugierig bleiben, auf Fragen Antworten finden"

Forschung

 

 

Hier finden Sie einige (ausgewählte) aktuelle Fachartikel zu den verschiedenen wissenschaftlichen Themen, mit denen ich mich beschäftige.

 

Kristallarthritiden

DOI https://doi.org/10.1055/a-0857-0916; Dtsch Med Wochenschr 2019; 144: 1–6

Georg Thieme Verlag KG

Anne-Kathrin Tausche, Monika Reuss-Borst

 

W A S  I S T  N E U ?


Kristallarthritiden – Mikroskopie für die Diagnose essen-
ziell

Für die Diagnosesicherung der Kristallarthritiden ist für
den Rheumatologen der mikroskopische Nachweis von Harn-
säure- und/oder Kalziumpyrophosphat-Kristallen rasch bett-
seitig durchführbar. Ist eine Punktion nicht möglich, kann die
Dual-Energy-Computertomografie helfen, Harnsäurekristalle
sichtbar zu machen.

 

 

Gemeinsame Pathophysiologie der Kristall-vermittelten
Entzündung

Kristalle stellen „Gefahrensignale“ für das ange-
borene Immunsystem dar. Die unmittelbare Freisetzung von
Interleukin 1β erklärt die anfallsartige Klinik, die allen Kristal-
larthritiden gemeinsam ist.


Antientzündliche Therapie der Kristallarthritiden

Neben unspezifisch wirkenden antientzündlichen Therapien erklärt
die gemeinsame Pathophysiologie (Aktivierung des Inflam-
masom-Komplexes und Interleukin-1β-Freisetzung) die Wirk-
samkeit von IL-1β-Antikörper-Therapien. Niedrig dosiertes
Colchicin ist zur Anfallstherapie und in der Prophylaxe von
entzündlichen Schüben eine wertvolle Therapieoption.

 

Kausale Therapie mit guter Evidenz bisher nur für die Gicht
Nur durch eine langfristige konsequente Harnsäuresenkung
unter den Harnsäurezielwer t < 360 µmol/l (< 6 mg/dl) kann
eine dauerhafte Remission der Gicht erreicht werden. Patien-
ten mit dekompensierter Herzinsuffizienz und instabiler KHK
sollten nicht primär Febuxostat erhalten. Die neue Kombina-
tionsmöglichkeit von Allopurinol mit dem Urikosurikum Lesinu-
rad wäre gerade für diese Patienten eine Alternative; aktuell ist
Lesinurad in Deutschland (noch) nicht erstattungsfähig.

Sport und Bewegungstherapie in der onkologischen Rehabilitation

Im Fokus Onkologie 2019; 22 (3)

Monika Reuss-Borst

 

Nach der Akutphase der Krebserkrankung beginnt für viele Betroffene die Zeit der intensiveren
 Auseinandersetzung mit der Krebserkrankung, die insbesondere während einer meist stationär
durchgeführten Rehabilitation genutzt werden kann, um den Patienten zu einer Lebensstil­
modifikation zu motivieren, d. h. unter Anleitung und Begleitung von erfahrenen Therapeuten
seine körperliche Aktivität zu steigern und seine körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern.

Krebszellen lieben Zucker, Patientinnen brauchen Fett

Rationale, Möglichkeiten und Einschränkungen der ketogenen Diät in der gynäkologischen Onkologie

Der Gynäkologe (2019) 52 (7): 519-527

Ulrike Kämmerer, Catharina Bartmann, Achim Wöckel, Monika Reuss-Borst

 

Wenige Ernährungsmodifikationen werden derzeit so kontrovers diskutiert wie die ketogene Diät (KD). Hier erörtern wir die wissenschaftlichen Hintergründe dafür, dass sich für klinisch tätige Gynäkologen eine intensive Auseinandersetzung mit dieser supportiven (Ernährungs‑)Therapie lohnt, und erläutern die korrekte Durchführung der KD, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Harnsäurespiegel im Serum:

genetische und ernährungsbedingte Einflüsse

Dtsch Med Wochenschr 2019; 144: 75-76

Monika Reuss-Borst

 

Eine Hyperurikämie ist ein zentraler Risikofaktor einer Gicht und assoziiert mit chronischer Niereninsuffizienz, Bluthochdruck und metabolischem Syndrom. Die Balance zwischen hepatischer Harnsäureproduktion und intestinaler oder renaler Harnsäure-Ausscheidung bestimmt den individuellen Harnsäure-Spiegel. Diese Balance wird sowohl durch genetische als auch umgebungsbedingte Faktoren beeinflusst.

Bildgebung wird bei der Gicht immer wichtiger

Leading Opinions: Orthopädie & Rheumatologie 1/2019

Monika Reuss-Borst

 

Mit dem Gelenkultraschall und der Dual-Energy-Computertomografie (DECT)
lassen sich erstmals auch gichtspezifische Merkmale nachweisen. Sie ermöglichen eine frühere Diagnose sowie eine bessere Differenzialdiagnose und Verlaufsbeurteilung, erklärte Prof. Dr. med. Monika Reuß-Borst, Leiterin des Rehabilitations- & Präventionszentrum in Bad Bocklet, Deutschland, in einem Vortrag am Jahreskongress der SGR/SGAI in Interlaken.

Reuss-Borst (2019) LO Ortho.pdf
PDF-Dokument [176.1 KB]

Supportive care needs and quality of life in patients with breast and gynecological cancer attending inpatient rehabilitation

A prospective study

ISSN: 0284-186X (Print) 1651-226X (Online) Journal Homepage: http://www.tandfonline.com/loi/ionc20

https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/0284186X.2018.1543947

Hermann Faller, Holger G. Hass, Dirk Engehausen, Monika Reuss-Borst & Achim Wöckel

 

Abstract

Background: Among patients with breast or gynecological cancer, supportive care needs are both highly prevalent and enduring. However, little is known about whether meeting patients’ needs is accompanied by increased quality of life (QoL). We aimed to explore patients’ supportive care needs reported at the beginning of inpatient rehabilitation and examined whether meeting these needs resulted in improved QoL.

 

Gicht und Calciumpyrophosphat-Dihydrat-Arthropathie ("Pseudogicht") - ein Update

Dtsch Med Wochenschr 2018; 143: 1157-1166

Monika Reuss-Borst, Anne-Kathrin Tausche

 

Gicht und CPPD-Arthropathie (sog. Kristallarthropathien)
sind metabolisch bedingte Gelenkerkrankungen. Ihnen
liegt als gemeinsames Merkmal eine metabolische
Störung mit entsprechenden Kristallablagerungen in den
Gelenken zugrunde. Während die Gicht aufgrund stei-
gender Prävalenz, gut erforschter Pathophysiologie und
effektiver, auch innovativer Therapiestrategien in den
letzten Jahren wieder stärker in den Fokus des ärztlichen
Interesses gerückt ist, ist die CPPD-Arthropathie noch im-
mer die weit weniger bekannte Kristallar thropathie.
Da auch ihre Prävalenz zunimmt, muss sie bei entspre-
chender Klinik mit in die differenzialdiagnostischen Über-
legungen von akuten Arthritiden einbezogen werden.
Die folgende Arbeit gibt einen aktuellen Überblick zum
derzeitigen Kenntnisstand beider Erkrankungen.

NeuroCog FX study: A multicenter cohort study on cognitive dysfunction in patients with early breast cancer

Psycho-Oncology. 2018; 1-7, DOI: 10.1002/pon.4763

Oliver Rick, Monika Reuss-Borst, Timm Dauelsberg, Holger G. Hass, Volker König, Reiner Caspari, Gabriele Götz-Keil, Jürgen Pfitzner, Christa Kerschgens, Klaus Fliessbach, Christian Hoppe

 

Cognitive dysfunction (CD) in terms of attention and memory impairment is often self‐reported by cancer patients. Depending on the tumor entity, a prevalence of 16% to 75% is assumed.1 Cognitive dysfunction particularly affects women after breast cancer, is often prevalent before the start of cancer treatment, and is mediated by cancerrelated post‐traumatic stress.2 After chemotherapy, a deterioration of cognitive function is frequently reported by patients, and subjective impairment persists in 15% to 45% of the patients. In general, it is assumed that cognitive deficits are related to the anti‐tumor treatment.3-5 However, impaired cognition seems to be a complex issue in cancer patients. In fact, it has been demonstrated that other factors such as depression, anxiety, and fatigue play an important role.6 In addition, subjectively perceived poor quality of life is correlated with impaired cognitive function.7,8 So far, cognitive deficits could only be objectified reliably on the basis of extensive neuropsychological assessment batteries.6,9 However, such time‐consuming procedures are usually not suitable for clin-
ical routine thus limiting their applicability in clinical studies.m Therefore, the computerized NeuroCog FX test has been used in the current study. This is a quick, validated cognitive screening tool that is composed out of 8 subtests addressing 4 cognitive domains, namely
working memory, alertness, recognition memory, and language.10 The present multicenter study was initiated to explore and identify possible risk factors especially the impact of chemotherapy for cognitive deterioration in patients with early or locally advanced
breast cancer who participated in a rehabilitative inpatient program.

Stoffwechselkrankheit Gicht

Thieme Verlag, Akt. Rheumatologie; DOI: 10.1055/s-0043-121141

Akt. Rheumatol 2018; 43: 215-223

Monika Reuss-Borst, Anne-Kathrin Tausche

 

Die Gicht ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung. Ihr liegt mit der Hyperurikämie als Ursache eine metabolische Störung zugrunde. Abgelagerte Harnsäurekristalle führen zu den typischen anfallsartigen Gelenkentzündungen. In den letzten Jahrzehnten ist die Gichtinzidenz zusammen mit anderen metabolischen Erkrankungen zunehmend. Der Rheumatologe ist besonders gefragt, wenn sich die Gicht klinisch nicht typisch manifestiert (oligo- und polyartikulär), also andere Differenzialdiagnosen infrage kommen, wenn bereits Komplikationen aufgetreten sind (fortgeschrittene Arthropathie, tophöse Gicht, zunehmende Nierenfunktionseinschränkung) oder wenn sich die Therapie aufgrund von Komorbiditäten schwierig gestaltet. Im Allgemeinen ist die Diagnostik der Gicht für den erfahrenen Rheumatologen keine Herausforderung, zumal er über Tools wie die Gelenksonografie und Gelenkpunktion mit mikroskopischer Beurteilung von Synovialflüssigkeit verfügt. Auch erscheint die Behandlung der Gicht als „treat-to-target“-Konzept in Analogie zu anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und aufgrund effektiver therapeutischer Optionen vergleichsweise übersichtlich. Immer wieder kommt jedoch die Frage nach eventuell modifizierbaren Faktoren bei der Entstehung der Hyperurikämie und Gicht auf. Die vorliegende Arbeit richtet den Fokus auf die Beeinflussung der zugrundeliegenden metabolischen Ursachen unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse. Ziel ist es, den Fokus von der rein symptomatischen Therapie der Entzündung im Gichtanfall hin auf die kausale Beeinflussung der metabolischen Harnsäure-Homöostase zu richten. Dazu gehört neben diätetischen Maßnahmen auch die Modifikation von Harnsäure-erhöhenden Faktoren wie Komedikationen.

Kasuistik einer Oxalose-Arthropathie und aktueller Überblick

Thieme Verlag, Akt. Rheumatologie; DOI: 10.1055/s-0043-119634

Uwe Lange, Monika Reuss-Borst, Gabriel Dischereit

 

Geschildert wird der Fall eines 39-jährigen Mannes mit einer primären Oxalose (Hyperoxalurie Typ I) und Axalose-Arthropathie. Anschließend folgt ein Überblick über die primären Formen des seltenen Krankheitsbildes der Hyperoxalruie mit klinischen Manifestationen und möglichen Therapieoptionen.

Reuss-Borst (2017) M-Oxalose.pdf
PDF-Dokument [2.6 MB]

Influence of Personalized Exercise
Recommendations During Rehabilitation on the Sustainability of Objectively Measured Physical Activity Levels, Fatigue and Fatigue-Related Biomarkers in Patients With Breast Cancer

Integrative Cancer Therapie 1-6; DOI: 10.1177/1534735417713301

Philipp Zimmer, Freerk T. Baumann, Max Oberste, Joachim Schmitt, Niklas Joisten, Philipp Hartig, Alexander Schenk, Rafaela Kuhn, Wilhelm Bloch and Monika Reuss-Borst

 

Purpose. Only one-third of patients with breast cancer reach the recommended activity level of 15 to 25 MET h/wk. The aim of this study was to determine the influence of personalized exercise recommendations during rehabilitation on patients’ physical activity level, fatigue, and self-perceived cognitive function as well as on side effect–associated biomarkers. Methods.
Total metabolic rate, physical activity level, mean MET and steps, fatigue, self-perceived cognitive functioning , and biomarkers (C-reactive protein [CRP], interleukin 6, macrophage migration inhibiting factor [MIF], tumor necrosis factor [TNF]-α, brain-derived neurotrophic factor [BDNF], insulin-like growth factor 1 [IGF1]) were assessed in 60 patients with breast cancer in the aftercare phase before (t0) and 8 months after (t1) the intervention. The rehabilitation program consisted of an initial 3-week period and a 1-week stay after 4 months. Results. Paired t-test indicated a statistically significant increase in all activity outcomes from t0 to t1. Patients’ mean activity level significantly increased from 14.89 to 17.88 MET h/wk.. Fatigue and self-perceived cognitive functioning significantly improved from t0 to t1. CRP levels significantly decreased, and BDNF as well as IGF1 levels significantly increased over time. Correlation analysis revealed statistically significant negative associations between fatigue, physical activity, and markers of inflammation (TNF-α and MIF). Furthermore, significant positive correlations between subjective cognitive functioning and all dimensions of fatigue were observed. Conclusions. The results support the importance of personalized exercise recommendations to increase physical activity levels in patients with breast cancer. Furthermore, the results highlighti an association between physical activity, fatigue, and inflammation.

Labordiagnostik bei metabolischen Knochenerkrankungen - Möglichkeiten und Grenzen

Thieme Verlag 10.1055/s-0042-114978

Prof. Dr. med. Monika Reuss-Borst, Prof. Dr. med. Uwe Lange

 

Ein wichtiges Tool in der Diagnostik und Differenzialdiagnostik osteologischer Erkrankungen stellt die Labormedizin dar. So dient das in der S3-Leitlinie Osteoporose empfohlene Basislabor zur Differenzierung zwischen primärer und sekundärer Osteoporose, was aufgrund der therapeutischen Konsequenzen von elementarer Bedeutung ist. Knochenumbaumarker geben zusätzliche Informationen zur Abschätzung der Dynamik des Knochenstoffwechsels. Die Knochenstoffwechselmarker finden vorwiegend als Orientierungshilfe bei der Therapieentscheidung, der Verlaufsbeobachtung unter einer osteospezifischen Medikation und im Compliance-Monitoring Anwendung. Ziel des vorliegenden Beitrages ist die Darlegung der Bedeutung der etablierten osteologischen Labordiagnostik bei metabolischen Knochenerkrankungen im Praxisalltag.

Dringend notwendig - Spezifische Reha-Konzepte bei Adipositas

KU Gesundheitsmanagement 1/2017

Prof. Dr. med. Monika Reuss-Borst

 

Die Therapie der Adipositas stellt Kliniken vor große Herausforderungen. Diese umfassen strukturelle Anpassungen, enge interdisziplinäre Zusammenarbeit und die langfristige Betreuung der Patienten. Die noch immer starren Sektorengrenzen, unzureichende Finanzierung von Maßnahmen zur Gewichtsreduktion (nicht nur bei morbider Adipositas) und fehlende Nachhaltigkeit erschweren  außerdem die Umsetzung innovativer Maßnahmen/Konzepte in der Praxis. An einem „Best-Practice“ Beispiel aus dem Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet wird gezeigt, wie dies dennoch gelingen kann.

Metabolische Knochenkrankheit: Osteomalazie

Thieme Verlag 10.1055/s-0042-118697

Frau Prof. Dr. med. Monika Reuss-Borst, Prof. Dr. med. Uwe Lange

 

Die Osteomalazie ist eine seltene Erkrankung des Knochenstoffwechsels, die mit einer verminderten Knochenmineralisation einhergeht. Ursächlich sind meist ein Vitamin-D-Mangel oder eine Störung des Phosphatstoffwechsels (sog. hypophosphatämische Osteomalazie). Leitsymptome der Osteomalazie sind dumpfe, lokalisierte oder auch generalisierte Knochenschmerzen, Muskelschwäche und -krämpfe sowie eine gehäufte Sturzneigung. Differenzialdiagnostisch müssen vor allem rheumatische Erkrankungen wie z. B. Polymyalgia rheumatica, rheumatoide Arthritis, Myositiden und Fibromyalgie-Syndrom ausgeschlossen werden. Im Labor sind eine Erhöhung der alkalischen Phosphatase sowie ein erniedrigtes Serum-Phosphat und/oder 25-OH-Vitamin D3 für eine Osteomalazie wegweisend. Die Übergänge von einem Vitamin D-Mangel zur manifesten Osteomalazie sind fließend. In unklaren Fällen kann die Diagnose einer Osteomalazie durch eine Knochenbiopsie aus dem Beckenkamm gesichert werden. Die Therapie umfasst im Wesentlichen die Gabe von Vitamin D und Calcium, bei Resorptionsproblemen ggf. auch parenteral. Bei Phosphatverlust-Syndromen ist die Substitution von Phosphat meist Therapie der Wahl.

Individuelle Trainingsprogramme in der Reha-Klinik

Einfluss auf das körperliche Aktivitätsniveau von Brustkrebspatientinnen

Aktuelle Gesundheitsnachrichten 24/2017

Prof. Dr. med. Monika Reuss-Borst, PD Dr. Freerk T. Baumann

 

Die Zahl jährlich neu aufgetretener Krebserkrankungen ist in Deutschland von 1980 bis 2006 um 35% angestiegen. Diese Zunahme ist vor allem auf die demographische Entwicklung und die bevorzugte Manifestation von Krebserkrankungen in höherem Alter zurückzuführen. Teilweise dramatische Fortschritte in der Tumortherapie, aber auch intensivierte Früherkennungsmaßnahmen haben eine deutliche Abnahme der alters-adjustierten Mortalität zur Folge. So hat sich in den letzten Jahren bei zahlreichen Krebserkrankungen die 5-Jahres-Überlebensrate deutlich verbessert und manche, früher rasch tödlich verlaufende Erkrankung, ist im Laufe der letzten Jahre zu einer chronischen Erkrankung geworden. Die Konsequenz dieser positiven Entwicklung ist, dass die Zahl der sogenannten Langzeit-Krebs-Überlebenden („Cancer Survivors“) auch in Deutschland kontinuierlich zunimmt. Insgesamt leben heute mehr als 50% aller Krebspatienten noch 5 Jahre nach der Diagnose.

Gicht - Die Tücken der Diagnostik

Der Allgemeinarzt 04/2017

Prof. Dr. med. Monika Reuss-Borst, PD Dr. med. Anne-Kathrin Tausche

 

Gicht erkennt der Hausarzt meist anhand der klassischen Anzeichen nach einem akuten Gichtanfall des Patienten, wie starke Schmerzen und Schwellungen am betroffenen Gelenk. Ein solcher Anfall tritt oft als extrem schmerzhafte Monarthritis auf, die zu 60 – 80 % das Großzehengrundgelenk (Podagra), seltener den gesamten Vorfuß (Tarsitis) oder auch die Kniegelenke (Gonagra) betrifft. Der Anfall ereignet sich meist akut in der Nacht – mit extremer Berührungs- und Druckempfindlichkeit am geschwollenen, geröteten Gelenk. Die Diagnose einer Gicht ist jedoch nicht immer so einfach.

Ketogene Ernährung in der Onkologie - Nur ein Modetrend?

VFED Sonderheft

Prof. Dr. rer. hum. biol. Ulrike Kämmerer, Prof. Dr. med. Monika Reuss-Borst

 

Die Zahl der an Krebs erkrankten Menschen weltweit und in Deutschland steigt. So wird die Anzahl der Krebsneuerkrankungen in 2020 in Deutschland um etwa 67.000 Fälle zunehmen, obwohl die Gesamtbevölkerung zwischen 2008 und 2020 vermutlich um etwa 1,8 Mio. Einwohner (2,2 %) abnehmen wird. Ursachen dieser Entwicklung sind vor allem der demografische Wandel mit steigendem Anteil älterer Menschen [12] und Umweltfaktoren (Adipositas, falsche Ernährung und mangelnde Bewegung). Erfreulicherweise stehen steigenden Erkrankungsraten sinkende Mortalitätsraten gegenüber. So können heute bereits 50 % aller Krebspatienten von ihrer Erkrankung geheilt werden.

Dennoch bedeutet die Diagnose Krebs für jeden Betroffenen eine individuelle Katastrophe, eine tiefe Lebenskrise, die oftmals das ganze bisherige Leben und auch den Lebensstil in Frage stellt (s. auch Beitrag „Anders als zuvor: Leben mit einer Krebserkrankung“, S. 17). Daher fragen Betroffene häufig ihren Arzt, ob sie durch Änderung des Lebensstils bzw. eigenes Zutun den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen können. Über 50 % aller onkologischen Patienten nutzen komplementärmedizinische Angebote im Krankheitsverlauf [13; 14], oftmals ohne ihren betreuenden Onkologen zu informieren.

Sehr häufig wird in der Praxis auch die Frage nach dem Nutzen einer kohlenhydratreduzierten bzw. ketogenen Ernährung gestellt. In der Laienpresse wird diese, auch als „Ketogene Diät“ (KD) bezeichnete Ernährungsform, von Protagonisten befürwortet, von ihren Gegnern dagegen vehement abgelehnt. Krebspatienten sollten fundiert über verschiedene Ernährungsformen informiert werden. Im Folgenden wird daher der derzeitige Kenntnisstand zu einer ketogenen Ernährung bei Krebserkrankungen aufgezeigt sowie kurz auch über eigene Erfahrungen mit dieser Ernährungsform berichtet. Das soll Ihnen die adäquate Beratung Ihrer Patienten erleichtern.

Hyperurikämie - Wann und wie behandeln?

Der Internist 02/2016

Prof. Dr. med. Monika Reuss-Borst

 

Die Prävalenz der Hyperurikämie und auch der Gicht hat in den letzten Jahrzehnten weltweit zugenommen [19, 48]. Es verwundert daher nicht, dass die harnsäuresenkende Therapie wieder vermehrt in den Fokus der ärztlichen Behandlung rückt. Nach Jahrzehnten des therapeutischen Stillstands wurden neue Medikamente zur Therapie der Hyperurikämie und der Gicht zugelassen, weitere werden derzeit in klinischen Studien untersucht.

Adipositas und Schmerzen -

nur Ko-Morbiditäten oder mehr als das?

Aktuelle Rheumatologie 04/2016

Prof. Dr. med. Monika Reuss-Borst

 

Viele Schmerz-Patienten sind adipös und viele adipöse Patienten klagen über lokalisierte oder auch generalisierte Schmerzen. Dabei handelt es sich nicht nur um eine Ko-Inzidenz häufiger Erkrankungen. Adipositas kann durch mechanische Überlastung, aber auch durch die Wirkung proinflammatorischer Zytokine Schmerzen verursachen bzw. verstärken. Umgekehrt können Schmerzen z. B. durch Abnahme der körperlichen Aktivität oder Schlafstörungen auch zu einer (weiteren) Gewichtszunahme führen. Kompliziert wird die Gemengelage durch die Tatsache, dass eine Reihe individueller und sozio-ökonomischer Faktoren sowohl die Entwicklung einer Adipositas als auch die Schmerzzunahme und -chronifizierung fördern. In dieser Arbeit werden pathophysiologisch relevante Zusammenhänge zwischen Adipositas und Schmerzen beschrieben. Bei der Therapie adipöser Schmerzpatienten sollten die komplexen bio-psycho-sozialen Interaktionen berücksichtigt werden. Dies erfordert ein multimodales interdisziplinäres Vorgehen, das an verschiedenen Stellschrauben angreift.

Gichtarthritis (fachärztlich)

Evidenzbasierte Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)

Langfassund zur S2e-Leitlinie

U. Kiltz, R. Alten, M. Fleck, K. Krüger, B. Manger, U. Müller-Ladner, H. Nüsslein, M. Reuss-Borst, A. Schwarting, H. Schulze-Koops, A. Tausche, J. Braun (convenor)

 

Die Gichtarthritis ist die häufigste Form der Arthritis in Deutschland. Der akute Gichtanfall wird durch in das Gelenk abgelagerte Uratkristalle verursacht [1-3]. Ziele therapeutischer Interventionen sind zum einen die symptomatische Behandlung der akuten Gichtarthritis und zum anderen die kausale Behandlung der zugrundeliegenden metabolischen Ursache, der Hyperurikämie. Die konsequente dauerhafte Harnsäuresenkung resultiert letztlich in der Verhinderung weiterer Gichtanfälle und somit in der Verhinderung von strukturellen Schäden.

Einige Untersuchungen konnten zeigen, dass die Versorgung von Patienten mit Gichtarthritis häufig inadäquat ist - sie erfolgt weder systematisch noch konsequent [4]. Diese Leitlinie „Gichtarthritis“ soll dazu beitragen, die Versorgung von Gichtpatienten in der fachärztlichen Versorgung zu verbessern.

Sustainable impact of an individualized exercise program on physical activity level and fatigue syndrome on breast cancer patients in two German rehabilitation centers
Support Care Cancer, DOI 10.1007/s00520-016-3490-x
Freerk T. Baumann, Oliver Bieck, Max Oberste, Rafaela Kuhn, Joachim Schmitt,
Steffen Wentrock, Eva Zopf, Wilhelm Bloch, Klaus Schüle,

Prof. Dr. med. Monika Reuss-Borst

 

Purpose Although physical activity has been demonstrated to increase cancer survival in epidemiological studies, breast cancer patients tend toward inactivity after treatment.
Methods Breast cancer patients were quasi-randomly allocated to two different groups, intervention (IG) and control (CG) groups. The intervention group (n = 111) received an individual 3-week exercise program with two additional 1-week in-patient stays after 4 and 8 months. At the end of the rehabilitation, a home-based exercise program was designed. The control group (n = 83) received a 3-week rehabilitation program and did not obtain any follow-up care. Patients from both groups were measured using questionnaires on physical activity, fatigue, and quality of life (QoL) at five time points, 4 months (t1), 8 months (t2), 12 months (t3), 18 months (t4), and 24 months (t5) after the beginning of the rehabilitation.
Results After 2 years, the level of physical activity (total metabolic rate) increased significantly from 2733.16 ± 2547.95 (t0) to 4169.71 ± 3492.27 (t5) metabolic equivalent (MET)-min/week in the intervention group, but just slightly changed from 2858.38 ± 2393.79 (t0) to 2875.74 ± 2590.15 (t5) MET-min/week in the control group (means ± standard deviation). Furthermore, the internal group comparison showed significant differences after 2 years as well. These results came along with a significantly reduced fatigue syndrome and an increased health-related quality of life.
Conclusions The data indicate that an individual, according to their preferences, and physical-resource-adapted exercise program has a more sustainable impact on the physical activity level in breast cancer patients than the usual care. It is suggested that the rehabilitation program should be personalized for all breast cancer patients.

Return to Work nach stationärer Rehabilitation – Varianten der Berechnung auf der Basis von Patientenangaben und Validierung durch Sozialversicherungs-Beitragszahlungen

Phys Med Rehab Kuror 2016; 26(06): 293-302 DOI: 10.1055/s-0042-117282

R. Nübling, R. Kaluscha, G. Krischak, D. Kriz, H. Martin, G. Müller, J. Renzland, M. Reuss-Borst, J. Schmidt, U. Kaiser, E. Toepler

 

Fragestellung: Return to Work (RTW) stellt ein wesentliches Outcomekriterium medizinischer Rehabilitationsmaßnahmen dar. In der Literatur werden vielfältige Möglichkeiten beschrieben, das Konstrukt RTW zu operationalisieren. In der vorliegenden Arbeit werden 4 Berechnungsvarianten untersucht.

Material und Methoden: Es werden Daten der „Reha-QM-Outcome-Studie“, eine naturalistische, multizentrische Beobachtungsstudie herangezogen; sie beinhaltet Selbstangaben der Patienten und Daten aus der Rehabilitations-Statistik-Datenbasis (RSD). Die Stichprobe für die vorliegende Fragestellung umfasst n=2 947 Versicherte der DRV Baden-Württemberg, die 2011 in 21 Kliniken behandelt wurden und zum Zeitpunkt der Reha-Antragstellung erwerbstätig oder arbeitslos waren. Die Stichprobe war weitgehend repräsentativ für die Grundgesamtheit der ausgewählten Versicherten.

Ergebnisse: Der Anteil der Rehabilitanden, die ein Jahr nach der Reha wieder oder weiter erwerbstätig waren (RTW-Quote) liegt je nach Berechnungsvariante zwischen 46 und 83%. ROC-Analysen zeigen, dass aus den RSD-Daten als Außenkriterium ermittelten Sozialversicherungsbeiträge hinsichtlich der einfacheren Berechnung besser differenzieren, was für die Validität dieser Varianten spricht.

Schlussfolgerungen: Für den Vergleich von RTW-Quoten ist die zugrunde gelegte Berechnungsvariante entscheidend; diese sollten auf der Basis sowohl weiterer, von Patienten berichteten Outcomes als auch konkreter Beitragsleistungen überprüft sein.

Ergebnisqualität medizinischer Rehabilitation: Zum Zusammenhang zwischen „Patient Reported Outcomes“ (PROs) und geleisteten Sozialversicherungsbeiträgen

Reha/406/14.10.2016, Rehabilitation 2017; 56(01): 22-30

DOI: 10.1055/s-0042-118580

R. Nübling, R. Kaluscha, G. Krischak, D. Kriz, H. Martin, G. Müller, J. Renzland, M. Reuss-Borst, J. Schmidt, U. Kaiser, E. Toepler

 

Ziel der Studie Die Ergebnisqualität medizinischer Rehabilitationsleistungen wird häufig mittels „Patient Reported Outcomes“ (PROs) bewertet. Es wird untersucht, inwieweit sich diese PROs in der „harten“ bzw. „objektiven“ Zielgröße Beitragszahlungen der Versicherten in die Sozialversicherung widerspiegeln.

Methodik Die „Reha-QM-Outcome-Studie“ beinhaltet Selbstangaben der Patienten sowie Daten aus der Rehabilitations-Statistik-Datenbank (RSD) der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg. Die Stichprobe für die vorliegende Fragestellung umfasst N=2 947 Versicherte, die im Jahr 2011 in einer der 21 Kliniken des „Qualitätsverbunds Gesundheit“ behandelt wurden und zum Zeitpunkt der Reha-Antragstellung erwerbstätig oder arbeitslos, also potentielle Erwerbspersonen waren (Rücklaufquote: 55%). Die Stichprobe erwies sich als weitgehend repräsentativ für die Grundgesamtheit der ausgewählten Versicherten.

Ergebnisse PROs und Beitragszahlungen korrespondieren hoch. So unterschieden sich im Jahr nach der Reha subjektiv gebesserte gegenüber nicht gebesserte Rehabilitanden hinsichtlich ihrer Beitragsverläufe deutlich.

Schlussfolgerung Die Ergebnisse sprechen für die Validität der PROs. Für eine umfassendere Abbildung der Ergebnisqualität von Rehabilitationsmaßnahmen sollten PROs und Beitragszahlungen ergänzend betrachtet werden.

Quality of life after cancer—How the extent of impairment is influenced by patient characteristics

BMC Cancer (2016) 16:787 DOI 10.1186/s12885-016-2822-z

Elisabeth Peters, Laura Mendoza Schulz and Monika Reuss-Borst

 

Background Although this effect is well known, tailored treatment methods have not yet been broadly adopted. The aim of this study was to identify those patient characteristics that most influence the impairment of quality of life and thus to identify those patients who need and can benefit most from specific intervention treatment.

Methods1879 cancer patients were given the EORTC QLQ C-30 questionnaire at the beginning and end of their inpatient rehabilitation. Patients’ scores were compared to those of 2081 healthy adults (Schwarz and Hinz, Eur J Cancer 37:1345–1351, 2001). Furthermore, differences in quality of life corresponding to sex, age, tumor site, TNM stage, interval between diagnosis and rehabilitation, and therapy method were examined.

Results Compared to the healthy population, the study group showed a decreased quality of life in all analyzed domains. This difference diminished with increasing age. Women reported a lower quality of life then men in general. Patients with prostate cancer showed the least impairment in several domains. Patients having undergone chemotherapy as well as radiotherapy were impaired the most. Surprisingly, TNM stage and interval between diagnosis and rehabilitation did not significantly influence quality of life. Global quality of life and all functional domains significantly improved after a 3-week rehabilitation program.

Conclusions Despite an individualized and increasingly better tolerable therapy, the quality of life of cancer patients is still considerably impaired. However, systematic screening of psychosocial aspects of cancer, e.g. quality of life, could enable improved intervention.

Keywords
Oncological rehabilitation Quality of life

A 3-week multimodal intervention involving high-intensity interval training in female cancer survivors: a randomized controlled trial

Physiological Reports ISSN 2051-817X Physiol Rep, 4 (3), 2016, e12693,

doi: 10.14814/phy2.12693

Joachim Schmitt, Nathalie Lindner, Monika Reuss-Borst, Hans-Christer Holmberg & Billy Sperlich

 

To compare the effects of a 3-week multimodal rehabilitation involving supervised high-intensity interval training (HIIT) on female breast cancer survivors with respect to key variables of aerobic fitness, body composition, energy expenditure, cancer-related fatigue, and quality of life to those of a standard multimodal rehabilitation program. A randomized controlled trial design was administered. Twenty-eight women, who had been treated for cancer were randomly assigned to either a group performing exercise of low-to-moderate intensity (LMIE; n = 14) or a group performing high-intensity interval training (HIIT; n = 14) as part of a 3-week multimodal rehabilitation program. No adverse events related to the exercise were reported. Work economy improved following both HIIT and LMIE, with improved peak oxygen uptake following LMIE. HIIT reduced mean total body fat mass with no change in body mass, muscle or fat-free mass (best P < 0.06). LMIE increased muscle and total fat-free body mass. Total energy expenditure (P = 0.45) did not change between the groups, whereas both improved quality of life to a similar high extent and lessened cancer-related fatigue. This randomized controlled study demonstrates that HIIT can be performed by female cancer survivors without adverse health effects. Here, HIIT and LMIE both improved work economy, quality of life and cancer-related fatigue, body composition or energy expenditure. Since the outcomes were similar, but HIIT takes less time, this may be a time-efficient strategy for improving certain aspects of the health of female cancer survivors.

Sport bei Krebs: Rezidivprophylaxe durch körperliche Aktivität

GMSOnkologischeRehabilitationundSozialmedizin2014,Vol.3, ISSN2194-2919

Prof. Dr. med. Monika Reuss-Borst

 

Die positiven Effekte körperlicher Aktivität auf kardiovaskuläre Fitness, Muskelkraft, Fatigue-Symptomatik und gesundheitsbezogene Lebensqualität sind bei Krebspatienten zwischenzeitlich eindeutig belegt und haben dazu geführt, dass Sport- und Bewegungstherapie einen wichtigen Schwerpunkt im rehabilitativen Therapie-Setting einnimmt. Eine Reihe von Studien weist zudem darauf hin, dass auch das Überleben nach Krebs durch körperliche Aktivität signifikant verbessert werden kann. Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die aktuelle Datenlage, mögliche biologische Wirkungen körperlicher Aktivität und aktuelle Rehabilitationskonzepte.

Onkologische Rehabilitation - wer braucht welche Maßnahmen?

Oncol Res Treat 38(suppl 4) IV–24 (2015)

Reuss-Borst M.

 

Für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation kommen verschiedene Kostenträger auf, wobei die Hauptlast die Deutsche Rentenversicherung (DRV) trägt. Sie führt Leistungen nach §15 SGB VI durch mit dem Ziel, die Erwerbsfähigkeit ihrer Versicherten zu erhalten oder wiederherzustellen. Weitere Träger von Reha-Maßnahmen sind die Krankenkassen (z.B. für Nichterwerbstätige) sowie die gesetzliche Unfallversicherung. Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen stationärer Rehabilitation sowie ganztägig ambulanter Rehabilitation, die über niedergelassene Haus- bzw. Fachärzte beantragt werden, und der Anschlussrehabilitation (AR) direkt nach einem Krankenhausaufenthalt. Darüber hinaus gibt es nach §31 SGB VI präventive Leistungen zur Sicherung der Erwerbsfähigkeit, die onkologische Rehabilitation (altersunabhängig) sowie die stationäre Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen.

Was ist neu in der Diagnostik und Therapie der Gicht?

MMW-Fortschr. Med. 2014; 156 (20)

Prof. Dr. med. Monika Reuss-Borst

 

Für die meisten war die Gicht lange Zeit nur die Folge eines ungesunden Lebensstils, ein Sinnbild für Völlerei und Maßlosigkeit und damit letztlich auch selbstverschuldet. Dieses negative Image führte dazu, dass die Therapie oft nicht konsequent erfolgte und die sozio-ökonomischen Folgen dieses Krankheitsbildes lange unterschätzt wurden. Dass Ihr Patient nicht (immer) einfach nur gefräßig und faul ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Hidden gout- Ultrasound findings in patients with musculo-skeletal problems and hyperuricemia

SpringerPlus 2014, 3:592

Monika A Reuss-Borst, Cornelia A Pape and Anne K Tausche

 

The goal of this study was to investigate the frequency of gout-specific ultrasonography findings in a cohort of hyperuricemic patients with various musculo-skeletal complaints.

A blinded examiner regarding the patients’ clinical and laboratory assessment performed standardized ultrasound examinations of 12 joints in 74 individuals with diverse musculo-skeletal complaints. Gout-specific changes were assessed and combined with the patients’ medical history (diagnosis gout vs. non-gout) and laboratory values of hyperuricemia.

Of 74 patients, 58 (mean age 55 yrs) had hyperuricemia (serum uric acid levels > 7 mg/dl/420 μmol/L). Of those, 27 (47%) had a history of gout attacks.

In total, 888 joints were examined by ultrasound. With 44/324 joints (14%) the pathological finding most often found in joints of gout patients was the double contour sign compared to 29/372 joints (8%) in patients with asymptomatic hyperuricemia and 2/192 joints (1%) in normouricemic controls.

In patients with gout, the ultrasound showed pathological findings in 67/324 joints (21%). In 26/39 (67%) previously affected joints, gout-specific sonographic indications were found. With regard to the first metatarsophalangeal joint, sonographic pathologies were detectable in 16/22 (73%) so far asymptomatic joints on the contralateral.

Ultrasonographic gout-specific signs are not only found in joints affected by gout attacks, but often also in the corresponding contralateral, asymptomatic joint. Patients with asymptomatic hyperuricemia already showed sonographic features implicating an as yet “silent” precipitation of urate crystals. As the examined cohort represents patients at high risk, further research for gout-specific findings is indicated, especially for hyperuricemic patients.

Urate Lowering Therapy with Febuxostat in Daily Practice—A Multicentre, Open-Label, Prospective Observational Study

International Journal of Rheumatology
Volume 2014, Article ID 123105, 6 pages

Anne-Kathrin Tausche, Monika Reuss-Borst and Ute Koch

 

Introduction. Febuxostat, a novel xanthine oxidase inhibitor for the treatment of symptomatic hyperuricemia, showed superiority over allopurinol in the reduction of serum uric acid levels in pivotal studies. Whether this holds true the FORTE (febuxostat in the oral urate lowering treatment: effectiveness and safety) study was conducted to evaluate treatment with febuxostat under daily practice conditions. Materials/Methods. The multicentre, open-label, and prospective observational study was conducted in 1,690 German medical practices from 9/2010 to 5/2011. Safety and efficacy data were assessed at baseline and week 4. Results. Data from 5,592 gout patients (72.6% male, mean age 63.7 years) were collected. Under urate lowering treatment with febuxostat mean serum uric acid levels decreased significantly from  mg/dL ( mol/L) at baseline to  mg/dL ( mol/L) at week 4. 67% which reached the mean uric acid target ( mg/dL [ mol/L]). Only 43.1% of patients received concomitant flare prophylaxis. A total of 178 adverse events (mostly gout flares) were reported in 152 patients (2.6%). Conclusion. Febuxostat lowers serum uric acid levels effectively in routine clinical practice. Overall, treatment with febuxostat in both available dosages (80 mg/120 mg) was safe and well tolerated.

Innovative individualisierte Rehabilitationskonzepte in der Onkologie

17/2013 DMW

Dtsch Med Wochenschr 2013; 138: 895–901

M. A. Reuss-Borst, S. Wentrock

 

Die onkologische Rehabilitation zielt auf die Verbesserung der körperlichen, psychischen und sozialen Fähigkeiten und Unterstützung bei der Bewältigung der Krankheit („Coping“) ab. Ein wichtiges Ziel ist dabei neben der psycho-onkologischen Therapie die Steigerung der körperlichen Aktivität zur Prävention und Therapie chronischer Krankheiten, insbesondere auch der mit steigender Überlebensrate an Bedeutung zunehmenden Folge- und Begleiterkrankungen. Immer mehr Beobachtungsstudien weisen außerdem darauf, dass körperliche Aktivität auch die Prognose der Krebserkrankung günstig beeinflussen kann. Die beste Evidenz besteht dabei bislang für das (Hormonrezeptor-positive) postmenopausale Mamma-Karzinom. Eine nachhaltige Lebensstilmodifikation ist bislang oft nur schwer erreichbar. Langfristig angelegte, interdisziplinäre Rehabilitationskonzepte, deren Ziel eine intensive und nachhaltige Steigerung der körperlichen Aktivität ist, scheinen bei Brustkrebspatientinnen ein erfolgversprechender Ansatz zu sein und werden durch das hier vorgestellte Studienkonzept exemplarisch erläutert.

Akuter Gichtanfall

MMW-Fortschr.Med.Nr. 5 / 2012 (154. Jg.)

Prof. Dr. med. Monika Reuss-Borst

 

Ein 45-jähriger Mann stellt sich mit einer ausgeprägten Schwellung des linken Kniegelenkes vor. Die Symptomatik besteht seit zehn Stunden und ist äußerst schmerzhaft. Er berichtet auf Nachfrage über einen ersten Gichtanfall im Großzehengrundgelenk vor sechs Monaten sowie über eine (gewollte) deutliche Gewichtsreduktion.

Hämatologisch-onkologische Erkrankungen

Assoziierte rheumatische Symptome

Z. Rheumatol. 2011 · 70:561–566 · DOI 10.1007/s00393-011-0816-4

Prof. Dr. med. Monika Reuss-Borst

 

Alle hämatoonkologischen Erkrankungen können mit einer Vielzahl von rheumatischen Beschwerden assoziiert sein. Bei bestimmten rheumatischen Krankheitsbildern sollte daher differenzialdiagnostisch immer auch an ein paraneoplastisches Syndrom gedacht werden, zumal die frühzeitige Diagnose einer assoziierten Tumorerkrankung eine bessere individuelle Prognose zur Folge haben kann.

Heterogeneous Causal Effects of Financial Incentives on Weight Loss

Results of a Large Prospective Randomized Trial

Ruhr Economic Papers #383

Monika Reuss-Borst, Alfredo R. Paloyo, Arndt R. Reichert, and Harald Tauchmann

 

In a randomized controlled trial involving 700 obese persons assigned to three experimental groups, we test whether financial incentives have heterogeneous effects on weight reduction. While two treatment groups obtain EUR 150 and EUR 300, respectively, for achieving an individually-assigned target weight within four months, a control group receives no such premium. The objective is to identify subgroups of patients (male/female, natives/migrants, etc.) who respond more than others to financial incentives. Our conclusions are the following: (1) monetary rewards eff ectively induce obese individuals to reduce weight across all subgroups; (2) the magnitude of the reward is relevant only for certain subgroups; (3) for people who do not lose weight via conventional weight-loss intervention programs, financial incentives are an effective supplement to induce weight loss.

Wirkungen eines sanften Gerätetrainings während stationärer Rehabilitation bei patienten mit chronischem Rückenschmerz

DEUTSCHE ZEITSCHRIfT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 59, Nr. 11 (2008)

Reuss-Borst M, Hartmann U, Wentrock S

 

Ziel: Objektivierung der Wirkung eines sanften Gerätetrainings während stationärer Rehabilitation wegen chronischer Rückenschmerzen bezüglich Wirbelsäulenbeweglichkeit und Kraftentwicklung der Rumpf­ und Rückenmuskulatur. Patienten und Methoden: Daten von 83 Patienten (mittleres Alter: 42 ± 10 Jahre wurden retrospektiv analysiert. Wirbelsäulenmobilität und isometrische Maximalkraft (isoMK) in allen Bewegungsebenen wurden zu Beginn und am Ende der Rehabilitationsmaßnahme (mittlere Dauer: 15,6 ± 4,2 Tage) bei allen Patienten gemessen. Neben den Zielparametern wurden auch demografische Daten erfasst und deskriptiv unter Angabe von Mittelwerten, Standardabweichungen, Häufigkeiten und 95 % ­ Konfidenzintervallen ausgewertet. Ergebnisse: Die isoMK­Ausgangswerte waren in allen Ebenen gegenüber den Sollwerten reduziert, am meisten beeinträchtigt war die Seitneigung (ca. 70 % des Sollwertes). Die Mobilität war in allen Ebenen gut (Extension/Flexion bzw. Rotation ca. 90 %, Seitneigung 115 % des Sollwertes). Nach 3­wöchigem Training war sowohl bei der isoMK als auch in der Mobilität in allen Ebenen eine signifikante Verbesserung (p < 0,05) zu verzeichnen. Dabei lag die Verbesserung der Mobilität bei 3° ­ 9° und der Kraftzuwachs bei 17 ­ 43 % abhängig von der Bewegungsrichtung. Diskussion: Bereits unter den Bedingungen einer 3­wöchigen stationären Rehabilitation lassen sich mit Trainingsmaßnahmen zur Steigerung der Kraftausdauer bei meist untrainierten Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, signifikante Verbesserungen der isometrischen Maximalkraft der Rumpfmuskulatur sowie der Mobilität der Wirbelsäule nachweisen.

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Facharztpraxis für Innere Medizin
Prof. Dr. Monika Reuss-Borst
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